Die evangelisch-lutherische St.-Marien-Kirche in Buttforde ist eine Granitquaderkirche. Das romanische Bauwerk wurde um 1230 auf einer künstlich aufgeschütteten Warft errichtet. Der freistehende Glockenturm aus Backstein wird ebenfalls in das 13. Jahrhundert datiert.

Die St.-Marien-Kirche weist eine besonders reiche Ausstattung auf. Bedeutend sind insbesondere der spätgotische Schnitzaltar, der Lettner, das Gestühl sowie mehrere spätmittelalterliche Holzfiguren. Historisch und musikalisch stellt die Orgel von Joachim Richborn ein Kunstwerk von internationalem Rang dar.

Ob das heutige Gotteshaus einen Vorgängerbau hatte, konnte bislang nicht geklärt werden. Aus archäologischer Sicht wird dies aber als nicht unwahrscheinlich eingestuft. Drei romanische Grabsteine weisen ein beträchtliches Alter auf (850 Jahre), ebenso ein romanischer Taufstein und ein Weihwasserbecken. Diese Steinmetzarbeiten, die älter als die Kirche sind, lassen einen – wahrscheinlich hölzernen – Vorgängerbau auf der Buttforder Kirchwarft vermuten.

Bauliche Mängel führten im 17. Jahrhundert zu großen Reparaturarbeiten. Im Jahre 1636 musste die Westwand neu aufgemauert werden und die Apsis im Jahre 1685 nach einem Teileinsturz fast gänzlich neu aufgeführt werden. Während der Hauptbau fast nur aus Granitquadern besteht, kam für die Reparaturen Backstein zum Einsatz. Im Jahre 1672 erhielt die Kirche noch einen Vorbau für den Haupteingang. Die bis dahin genutzten romanischen Rundbogenportale an den Längswänden wurden anschließend zugemauert.

Größere Reparaturen und Renovierungen wurden in den Jahren 1898 und 1955 durchgeführt. Zwischen 1977 und 1981 wurde das Gebäude grundlegend saniert. Es steht unter Denkmalschutz.

 

Die Glocke hing ursprünglich im freistehenden Turm der Maria-Magdalena-Kirche in Fulkum. Sie wurde  unmittelbar neben der Fulkumer Kirche von Berend Klinghe aus Bremen gegossen, der auch die Bronzetaufe der St.-Magnus-Kirche in Esens schuf und wurde später nach Buttforde gebracht. Auf der Glocke befindet sich die Inschrift „Maria bin ick geheten. de von Folkum leten mi gethen Got ghewe siner Seele Rad. Berend Klinghe van Bremen de mi ghaten hat, anno dni M.CCCC.LXXV“ sowie Heiligennamen. Früher soll sie zudem mit einem Bild der Maria Magdalena verziert gewesen sein.

 

 

„Es ist wohl das älteste unverändert gebliebene Werk Ostfrieslands, dessen Pfeifenwerk noch in erstaunlich gutem Zustande ist!“

 

Die Orgel von St. Marien (Buttforde) wurde 1681 von Joachim Richborn gebaut und ist als einziges seiner Werke noch weitgehend erhalten. Der Bau erfolgte für 400 Reichsthaler. Richborn platzierte das Instrument auf einer hölzernen Empore über dem romanischen Lettner.

Nach einem Gutachten des Emder Orgelpflegers Wolfgang Pahlitzsch im Jahr 1946 nahm Rudolf von Beckerath 1947 eine Bestandsaufnahme im Auftrag des Landeskirchenamtes in Hannover vor. Demzufolge sei der Zustand insgesamt bedrohlich und es bestehe dringender Handlungsbedarf. Die Aufschnitthöhen der Pfeifen in Buttforde wurden im Zuge der Orgelbewegung im Gegensatz zu vielen anderen historischen Orgeln nicht verändert: „Es ist wohl das älteste unverändert gebliebene Werk Ostfrieslands, dessen Pfeifenwerk noch in erstaunlich gutem Zustande ist, nur die Köpfe (aus Lindenholz) der Trompete sind verwurmt.“

Mit der Restaurierung, die 2011/12 durchgeführt wurde, wurde Hendrik Ahrend beauftragt. Das Pfeifenwerk wurde behutsam restauriert und die verlorene Trompete nach den Abmessungen von 1947 rekonstruiert. Durch die neue Foliierung erhielten die Prospektpfeifen wieder ihr glänzendes Aussehen. Schließlich wurde der 1947 gemessene Winddruck und die mitteltönige Stimmung entsprechend der an der Oberseite zugelöteten Gedacktpfeifen wiederhergestellt.

Genauere Daten zu den Tönen und Umbauten finden sie auf http://www.nomine.net/buttforde-st-marien